| Julie
Wolfthorn, German (1864 - 1944)
Leben
Julie Wolfthorn wurde als Julie Wolf(f) als Kind einer bürgerlichen
Familie jüdischen Glaubens in Thorn geboren. Ab 1890 studierte
sie Malerei und Graphik in Berlin, nach einem Aufenthalt in
Paris kehrte sie nach Berlin zurück, wo sie jahrzehntelang
in der Kurfürstenstraße 50 lebte (das Haus existiert
nicht mehr). 1898 Gründungsmitglied der Berliner Seccession.
1905 unterzeichneten Julie Wolfthorn und über 200 Künstlerinnen
eine Petition mit der Forderung zur Zulassung an der „Preußisch-Königlichen
Kunstakademie“, die von dem Akademiedirektor Anton von
Werner abgelehnt wurde. 1906 gründete sie mit Käthe
Kollwitz die Ausstellungsgemeinschaft „Verbindung Bildender
Künstlerinnen“, 1912 wird sie mit Käthe Kollwitz
in den Vorstand und die Jury der Seccession gewählt, 1914
„Verein der Künstlerinnen und Kunstfreunde Berlin“.
1933 wird sie mit Fanny Remak aus dem Vorstand ausgeschlossen,
die nach England emigriert. Julie Wolfthorn bleibt in Berlin
und arbeitet mit dem von Nationalsozialisten erzwungenen „Kulturbund
Deutscher Juden“ zusammen, 1941 wird der Kulturbund verboten,
die Mitarbeiter verhaftet und das Vereinsvermögen beschlagnahmt.
Am 28. Oktober 1942 wird Julie Wolfthorn im Alter von 78 Jahren
zusammen mit ihrer Schwester Luise Wolf (nur die Malerin führte
den Künstlernamen, die anderen Geschwister schrieben sich
weiterhin Wolff bzw. wie Luise Wolf) mit dem „68. Alterstransport“
nach Theresienstadt deportiert. Dort zeichnete sie, soweit ihr
das unter den Umständen möglich war. Am 26. Dezember
1944 wurde sie im KZ ermordet.
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Werke
Julie Wolfthorn wurde vor allem durch ihre Portraitmalerei bekannt.
Sie portraitierte Ida Dehmel, Richard Dehmel, die Familienmitglieder
des schreibenden und übersetzenden Paares Hedwig Lachmann
und Gustav Landauer, die Familie des Architekten Hermann Muthesius,
die Opernsängerin Irmgard Scheffner, viele Schauspielerinen
wie Tilla Durieux oder Carola Neher - und hunderte andere berühmte
Zeitgenossen, vorwiegend aus der Berliner Gesellschaft, darunter
besonders viele engagierte Frauen.
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